Karpaltunnelsyndrom: Hilfe und Übungen aus der Ergotherapie
Nächtliches Kribbeln in den Fingern, eingeschlafene Hände, ein schwächer werdender Griff – das Karpaltunnelsyndrom gehört zu den häufigsten Nervenengpässen der Hand. Die gute Nachricht: Gerade im frühen Stadium lässt sich mit Handtherapie und einfachen Maßnahmen oft viel erreichen. Dieser Ratgeber erklärt Symptome, Ursachen und was hilft.
Was ist das Karpaltunnelsyndrom?
Der Karpaltunnel ist ein enger Kanal am Handgelenk, durch den der Mittelnerv (Nervus medianus) und Sehnen verlaufen. Wird es dort zu eng, gerät der Nerv unter Druck – das führt zu Beschwerden in Daumen, Zeige- und Mittelfinger.
Typische Symptome
- Kribbeln und Taubheit in Daumen, Zeige- und Mittelfinger – oft nachts oder morgens.
- Schmerzen, die bis in den Arm ausstrahlen können.
- Einschlafen der Hand, das durch Ausschütteln kurz besser wird.
- Kraftverlust und Ungeschicklichkeit, z. B. beim Greifen kleiner Dinge.
Bleiben die Beschwerden bestehen, sollten Sie sie ärztlich abklären lassen – frühzeitig behandelt, lassen sich Folgeschäden am Nerv vermeiden.
Mögliche Ursachen und Auslöser
- Wiederkehrende, einseitige Belastung (z. B. am Computer oder bei Handarbeit).
- Hormonelle Veränderungen, etwa in der Schwangerschaft.
- Erkrankungen wie Rheuma oder Diabetes.
- Frühere Verletzungen am Handgelenk.
Wie Ergotherapie und Handtherapie helfen
Bei leichten bis mittleren Beschwerden – und nach einer eventuellen Operation – ist die Handtherapie ein wichtiger Baustein:
Handgelenkschiene
Eine individuell angepasste Schiene hält das Handgelenk vor allem nachts in neutraler Position und entlastet den Nerv. Für viele Betroffene bringt das rasche Erleichterung.
Nerven- und Sehnengleitübungen
Sanfte, gezielte Bewegungen fördern die Beweglichkeit des Nervs im Kanal und können Beschwerden lindern. Diese Übungen leiten wir individuell an.
Ergonomie und Gelenkschutz
Wir schauen uns Ihre Belastungen im Alltag und am Arbeitsplatz an und finden Entlastungsstrategien – von der Haltung bis zu Hilfsmitteln.
Nach der Operation
Wurde operiert, unterstützt die Handtherapie die Heilung: Narbenbehandlung, Wiederaufbau von Beweglichkeit und Kraft sowie die Rückkehr zu Alltag und Beruf.
Das können Sie selbst tun
- Belastung pausieren: Bei einseitiger Arbeit regelmäßig kurze Pausen einlegen.
- Handgelenk gerade halten: Abgeknickte Positionen (auch beim Schlafen) vermeiden.
- Ergonomie prüfen: Maus, Tastatur und Arbeitshöhe anpassen.
- Frühzeitig handeln: Bei anhaltendem Kribbeln nicht abwarten, sondern abklären lassen.
Nicht jedes Karpaltunnelsyndrom muss operiert werden – oft hilft schon eine Kombination aus Schiene, Übungen und Entlastung. Welche Behandlung sinnvoll ist, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Für die handtherapeutische Behandlung sind wir in unseren Praxen für Ergotherapie in Pocking, Passau, Bad Füssing und Fürstenzell für Sie da. Fordern Sie einen kostenlosen Rückruf an, wir melden uns innerhalb von 72 Stunden.
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